Organisationen zeigen ihre eigentlichen Probleme selten dort, wo sie zuerst sichtbar werden.
Hohe Arbeitsbelastung, Qualitätsprobleme, Eskalationen, lange Bearbeitungszeiten oder Konflikte brauchen Aufmerksamkeit. Sie beeinträchtigen die tägliche Arbeit und können nicht einfach übergangen werden.
Trotzdem sind sie nicht immer das eigentliche Problem.
Wenn Schwierigkeiten wiederholt auftreten oder sich an unterschiedlichen Stellen gleichzeitig zeigen, lohnt es sich, den Blick zu erweitern:
Was in der Organisation trägt dazu bei, dass diese Situationen entstehen?
Damit verändert sich die Perspektive.
Aus der Bearbeitung eines einzelnen Problems wird die Suche nach dem organisatorischen Zusammenhang. Strukturen, Prozesse und Führung werden nicht getrennt betrachtet, sondern in ihrem Zusammenspiel.
Erst dadurch wird verständlich, warum eine Organisation trotz großer Anstrengung immer wieder an ähnliche Grenzen gerät.
Für mich beginnt Organisationsgestaltung deshalb nicht mit einer schnellen Lösung für das sichtbarste Problem.
Sie beginnt mit dem Versuch, die Organisation dahinter zu verstehen.
Symptome verdienen Aufmerksamkeit.
Dauerhafte Veränderung entsteht jedoch erst dort, wo die Bedingungen bearbeitet werden, aus denen sie hervorgehen.
